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28.10.2017 03:29 Alter: 26 days

Agnieszka Polska gewinnt den Preis der Nationalgalerie 2017


Agnieszka Polska, Gewinnerin des Preis der Nationalgalerie 2017, und Sandra Wollner, Gewinnerin des Förderpreis für Filmkunst 2017 / Foto: offenblen.de

Verein der Freunde der Nationalgalerie

See English version below.

Agnieszka Polska, Gewinnerin des Preis der Nationalgalerie 2017, und Sandra Wollner, Gewinnerin des Förderpreis für Filmkunst 2017 / Foto: offenblen.de

5. Pressemitteilung

Agnieszka Polska gewinnt den Preis der Nationalgalerie 2017<br /> 	Sandra Wollner gewinnt den Förderpreis für Filmkunst 2017

Berlin, 20. Oktober 2017
Am Abend des 20. Oktobers 2017 wurde die Preisträgerin des Preis der Nationalgalerie in einer feierlichen Preisverleihung in Anwesenheit der Kulturstaatsministerin Prof. Monika Grütters im Hamburger Bahnhof – Museum für Gegenwart – Berlin bekannt gegeben. 

Die Jury, bestehend aus Zdenka Badovinac, Direktorin der Moderna galerija, Ljubljana, Hou Hanru, Künstlerischer Direktor des MAXXI Museo nazionale delle arti del XXI secolo, Rom, Sheena Wagstaff, Leonard A. Lauder Chairman for Modern and Contemporary Art des Metropolitan Museum of Art, New York, Sven Beckstette, Kurator der Nationalgalerie im Hamburger Bahnhof – Museum für Gegenwart – Berlin sowie Udo Kittelmann, Direktor der Nationalgalerie – Staatliche Museen zu Berlin, entschied sich nach intensiven Diskussionen für Agnieszka Polska (geb. 1985 in Lublin) als Gewinnerin.

Agnieszka Polska erhält mit der Auszeichnung im kommenden Jahr eine große Einzelausstellung in einem der Häuser der Nationalgalerie und eine begleitende Publikation.

Begründung der Jury:

 

Die Jury gratuliert jeder Künstlerin zu ihrem exzellenten und anregenden Beitrag im Hamburger Bahnhof – Museum für Gegenwart – Berlin. Nach intensiven Diskussionen über alle vier künstlerischen Positionen hat sich die Jury dazu entschieden, den Preis der Nationalgalerie 2017 an Agnieszka Polska zu vergeben. In ihrem scharfsinnigen Werk behandelt Polska einige der dringendsten Fragen unserer Zeit. Sie baut eine poetische und affektbetonte Spannung zwischen den visuellen und akustischen Sprachen unseres digital geprägten Alltags auf. Dabei bezieht sie sich auf moderne und zeitgenössische Weltentwürfe, wie naturwissenschaftliche Theorien, frühe Animationsfilme und die utopischen Tendenzen der Avantgarde. Ihre Arbeiten gleichen Untersuchungen zu den unterschiedlichen Zeitlichkeiten in unserem Universum, die unsere Vorstellungen von Menschsein und Menschlichkeit in Frage stellen. Ihre Perspektive lässt sich mit einem Satz des Sonnen-Charakters aus ihrem ausgestellten Film beschreiben: „Mein Blick bewegt sich in konstanter Geschwindigkeit und alles wurde unumkehrbar in dem Moment, in dem ich es sah.“ Die Jury gratuliert Agnieszka Polska und freut sich auf ihre Ausstellung in der Nationalgalerie im Herbst 2018. 

In Kooperation mit der Deutschen Filmakademie wurde zum vierten Mal der mit 10.000 Euro dotierte Förderpreis für Filmkunst vergeben. Diesen gewinnt Sandra Wollner (geb. 1983 in Leoben, Österreich) für den 70-minütigen Film „Das unmögliche Bild“ (2016).

Die Jury, bestehend aus Meret Becker, Schauspielerin, Mitglied der Deutschen Filmakademie, Alexander Beyer, Schauspieler, Mitglied der Deutschen Filmakademie, Natasha Ginwala, Kuratorin der Contour Biennale 8 und kuratorische Beraterin der documenta 14, Alice Motard, Chefkuratorin am CAPC Musée d’Art Contemporain de Bordeaux, und Alya Sebti, Leiterin der ifa-Galerie Berlin, wählte die Gewinnerin aus einer Shortlist von vier Kandidaten aus. 

Begründung der Jury:
Sandra Wollners ruhige Meditation über den Zyklus des Lebens scheint zwischen Dokumentarfilm und Fiktion zu schweben. Es ist ein Film über Leben und Tod auf vielerlei Ebenen und es ist ebenso – und noch grundsätzlicher – ein Film über Wiederholung: über die Wiederholung des Schicksals, über das Wiederkehren von Erinnerungen und ihre Ähnlichkeit zum Medium des Films als einem Bewahrer des Lebens in Form einer konservierten und wiederholbaren Erinnerung. Der Film, der in einem geräumigen Haus im Österreich der 1950er Jahre spielt, nutzt die Ästhetik und Atmosphäre von Archivmaterial. Die Kameraführung und die Art und Weise, wie Inhalte erzählt werden, haben den Anschein einer dokumentierten Vergangenheit, die uns die Erzählerin aus erster Hand nahebringt. Ab und zu nimmt sie auch buchstäblich den Platz hinter der Kamera ein. Sie erzählt und zeigt uns Szenen aus ihrem Leben, die aus den Tiefen ihrer Erinnerung kommen und von einem Standpunkt jenseits ihrer eigenen Lebenszeit aus betrachtet werden. Der Zuschauer kann sich kaum des Gefühls erwehren, dass sie uns tatsächlich einen Einblick in ihre eigene, selbst erlebte Geschichte und die ihrer Familie gewährt. 

Sandra Wollner überzeugte die Jury mit ihrer virtuosen Beherrschung der filmischen Sprache, die sie mit großer Genauigkeit, mit Kreativität und Leichtigkeit einsetzt. Sowohl in den sorgfältig orchestrierten als auch in den scheinbar beliebigen Momenten, zeichnet sich der Film immer durch enorme Präzision aus. Er ist ein zyklisches Puzzle, in dem sich jedes Teil zusammenfügt. Seine Teile sind auf vielerlei Arten miteinander verbunden und konstruieren eine narrative Struktur, die über eine lineare Erzählung weit hinausgeht. Die Grenzen zwischen einem experimentellen Kunstwerk, einem Dokumentarfilm und einem Spielfilm verschwimmen. Zudem scheint Wollners Arbeit die Stärken eines Romans, eines Gemäldes und einer musikalischen Komposition miteinander zu verbinden und Elemente zu verwenden, die nicht inhärent oder notwendigerweise filmisch sind. Das Ergebnis ist ein Kunstwerk, das sich schwer mit Worten beschreiben lässt.

Ab dem 21. Oktober wird der ausgezeichnete Film bis zum 14. Januar 2018 parallel zu den Werken der vier nominierten Künstlerinnen im Hamburger Bahnhof zu sehen sein.

Als symbolischen Preis übergaben Iris Berben und Alexander Beyer (beide Deutsche Filmakademie) sowie Udo Kittelmann, Sheena Wagstaff und Anne Imhof, Gewinnerin des Preis der Nationalgalerie 2015, das signierte Multiple Intuition von Joseph Beuys aus dem Jahre 1968 an die Gewinnerinnen Agnieszka Polska und Sandra Wollner.

Durch die Preisverleihung führte die Schauspielerin und Sängerin Meret Becker. Anschließend feierten die über 500 geladenen Gäste und Mitglieder der Freunde der Nationalgalerie zusammen mit dem langjährigen Partner BMW die beiden Preisträgerinnen.

Weitere Informationen und Bildmaterial zu den nominierten Künstlerinnen sowie zu den Mitgliedern der ersten und der zweiten Jury finden Sie auf der Website www.preisdernationalgalerie.de

Der Preis der Nationalgalerie wird ermöglicht durch die Freunde der Nationalgalerie und gefördert durch BMW.

 

Preis der Nationalgalerie 2017
29.09.2017 – 14.01.2018

Hamburger Bahnhof – Museum für Gegenwart – Berlin
Staatliche Museen zu Berlin

Invalidenstraße 50-51
10557 Berlin

Öffnungszeiten
Di, Mi, Fr 10 – 18 Uhr
Do 10 – 20 Uhr
Sa, So 11 – 18 Uhr
Mo geschlossen

Eintritt
8 Euro, ermäßigt 4 Euro
Hausticket inkl. Sonderausstellungen:
14 Euro, ermäßigt 7 Euro
Freier Eintritt für Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren

www.preisdernationalgalerie.de

www.facebook.com/preisdernationalgalerie

www.instagram.com/preisdernationalgalerie

#preisdernationalgalerie

#preis2017

Der Preis der Nationalgalerie wird ermöglicht durch die Freunde der Nationalgalerie und gefördert durch BMW.

 

Press Release no. 5

Agnieszka Polska wins the Preis der Nationalgalerie 2017<br /> Sandra Wollner wins the Förderpreis für Filmkunst 2017

Berlin, October 20, 2017
On the evening of 20 October 2017, in the presence of State Minister of Culture Monika Grütters, the winner of the Preis der Nationalgalerie was announced in an award ceremony at Hamburger Bahnhof – Museum für Gegenwart – Berlin. 

The jury, consisting of Zdenka Badovinac, director of the Moderna galerija, Ljubljana, Hou Hanru, artistic director of the MAXXI Museo nazionale delle arti del XXI secolo, Rome, Sheena Wagstaff, Leonard A. Lauder Chairman for Modern and Contemporary Art of the Metropolitan Museum of Art, New York, Sven Beckstette, curator at Hamburger Bahnhof – Museum für Gegenwart – Berlin, and Udo Kittelmann, director of the Nationalgalerie – Staatliche Museen zu Berlin, decided after intensive discussions on Agnieszka Polska (born 1985 in Lublin) as the prize winner. 

With the award Agnieszka Polska wins a major solo exhibition next year in one of the Nationalgalerie’s institutions as well as an accompanying publication. 

 

Jury statement: 

The jury congratulates each one of the artists for their excellent and thought- provoking exhibitions here at the Hamburger Bahnhof – Museum für Gegenwart – Berlin. After a robust discussion of all four artistic positions, the jury decided to award the Preis der Nationalgalerie 2017 to Agnieszka Polska. Throughout her work, Polska ingeniously interweaves some of the most pressing issues of our time. She deftly creates a poetic and affective relationship between the visual and acoustic language of our digitally infused daily lives by using contemporary imaginary and cultural references–including scientific theories, early animation, and the utopian inclination of the avant-garde. In her exploration of multiple temporalities within our universe she destabilizes the very notion of humanity and humanness. As the personification of the sun in her film states: “My gaze was moving at constant speed, and everything was becoming irreversible the moment I observed it.” We look forward to seeing Agnieszka Polska’s exhibition at the Nationalgalerie in autumn 2018. 

In cooperation with the Deutsche Filmakademie the Förderpreis für Filmkunst, endowed with 10000 Euros, was awarded for the fourth time. The winner is Sandra Wollner for the film “Das unmögliche Bild” (“The Impossible Picture”, 2016, 70 minutes).

The Jury, consisting of Meret Becker, actor, member of the Deutsche Filmakademie, Alexander Beyer, actor, member of the Deutsche Filmakademie, Natasha Ginwala, curator of the Contour Biennale 8 and curatorial adviser of the documenta 14, Alice Motard, chief curator at the CAPC Musée d’Art Contemporain de Bordeaux, and Alya Sebti, head of the ifa-Galerie Berlin, chose the winner from a shortlist of four candidates. 

Jury Statement:
Sandra Wollner's quiet meditation on the life cycle seems to hover between documentary and fiction. A film about life and death in many levels, it is also—and more fundamentally—a film about repetition: about the repetition of fate, the recurrent nature of memories and their similarity in this respect to the medium of film as a keeper of life in the form of a conserved and repeatable memory. Set in a large family home in 1950s Austria, the film uses the aesthetics and atmosphere of archival material. The attitude of the camera and the way the contents are told adopt the reality of a documented past experienced first hand by the female narrator, who at times also takes over the place behind the camera. She tells and shows us scenes from her life coming from the depths of her memory and looked at from a point beyond her lifetime. The viewer can hardly ward off the overwhelming feeling that she indeed allows us a glimpse into her own, self-experienced history and the story of her family.  

Sandra Wollner convinced the jury with her mastery of the filmic language, which she employs with great accuracy, admirable creativity and ease. In both its carefully orchestrated and in its seemingly arbitrary moments, the film is always made with enormous precision. It is constructed as a cyclical puzzle where every part falls beautifully into place. Its pieces are interconnected in many ways, thus constructing a narrative structure that goes beyond linear narration. Blurring the boundaries between an experimental work of art, a documentary, and a cinematic film, Wollner’s work furthermore seems to mix the strengths of a novel, a painting, and a musical composition, using elements that are not inherently or necessarily filmic. The result is a work of art that is hard to describe in words.

The prize-winning film will be on view at Hamburger Bahnhof from 21 October to 14 January 2018 parallel to the works of the four nominated artists.

As a symbolic prize Iris Berben and Alexander Beyer (both Deutsche Filmakademie) as well as Udo Kittelmann, Sheena Wagstaff and Anne Imhof, winner of the Preis der Nationalgalerie 2015, awarded the signed multiple Intuition by Joseph Beuys from 1968 to the winners Agnieszka Polska and Sandra Wollner.

The actor and singer Meret Becker hosted the award ceremony. Over 500 invited guests and members of the Freunde der Nationalgalerie celebrated the two winners along with longstanding partner BMW.

Further information about the nominated artists and the members of the first and second jury as well as press images can be found at www.preisdernationalgalerie.de

The Preis der Nationalgalerie is made possible by the Freunde der Nationalgalerie and supported by BMW.

 

Preis der Nationalgalerie 2017
29.09.2017 – 14.01.2018

Hamburger Bahnhof – Museum für Gegenwart – Berlin
Staatliche Museen zu Berlin

Invalidenstraße 50-51
10557 Berlin

Opening Hours
Tue, Wed, Fri 10 am–6 pm
Thu 10 am–8 pm
Sat, Sun 11 am–6 pm
Mon closed

Admission
8 Euro, reduced 4 Euro
House ticket incl. temporary exhibitions: 14 Euro, reduced 7 Euro
Free admission for children and young people up to the age of 18

www.preisdernationalgalerie.de

www.facebook.com/preisdernationalgalerie

www.instagram.com/preisdernationalgalerie

#preisdernationalgalerie

#preis2017

The Preis der Nationalgalerie is made possible by the Freunde der Nationalgalerie and supported by BMW.

 

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Preis der Nationalgalerie
Dr. Katharina von Chlebowski
Carlo Paulus
Tel +49 (0)30 26 39 48 80
Fax +49 (0)30 26 39 48 811
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www.freunde-der-nationalgalerie.de

 

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Stauffenbergstraße 41
10785 Berlin

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